Wild Cat Blues

Der Klassiker für [(Oldtime-) Jazz-] Klarinettisten darf natürlich im Repertoire der »Val Reno Jazzband« nicht fehlen und wir haben ihn bereits 2001 auf unserer CD »Black & Blue« für die Ewigkeit konserviert.

Den »Wild Cat Blues« kennt jeder und wird oft vom Publikum gewünscht.

Hier im Video ist Hansruedi Schneider zu sehen und zu hören - aufgenommen am 15. August 2014 in Rankweil am Marktplatz mit meinem Fotoapparat.


Hansruedi Schneider, Klarinette | 15.August 2014, Marktplatz Rankweil


Wild Cat Rag

Eigentlich erhielt das Stück von den Komponisten Thomas Wright Waller und Clarence Williams den Titel »Wild Cat Rag«, da vom Rhythmus als Ragtime angelegt und durchkomponiert.

Spätestens als die wilde Katze durch Sidney Bechets (kreolischer Sopransaxophonist *14.05.1897 - +14.05.1959) Interpretationen zum Welterfolg wurde hörte man den Titel in den unterschiedlichsten Klangfarben von den noch unterschiedlicheren Bands und Klarinettisten an jeder Straßenecke.


            Klar dass wir da nicht fehlen dürfen und so hat bereits Herwig Eberhöfer den Titel ins Repertoire aufgenommen.

Also liebe Jazzliebhaber, beim nächsten Konzert darf der »Wild Cat Blues« gewünscht werden!

Hansruedi Schneider
Hansruedi Schneider

Fats Waller

Thomas Wright Waller. Spitznamen die eine Eigenschaft oder Auffälligkeit eines Musikers auf den Punkt bringen waren früher durchaus üblich und oft zu hören. So wurde z.B. Louis Armstrong von seinen Musikerkollegen "Pops" genannt oder "Satchmo" (Satchel-Mouth = Reisetaschenschnauze).

Unser in jungen Jahren sehr schmächtiger Adolf Baumgartner zum Beispiel kennt man heute über die Landesgrenzen hinaus als "Burle" (Burli = Bub, Bübchen). Wiff stellte mich einmal als Dietmar "Fender" Pfanner vor - und er meinte nicht die Gitarren ... ich muss mir da gelegentlich eine Revanche einfallen lassen.

Aber zurück zu Waller, aus dem aufgrund seiner Leibesfülle schnell Fats wurde (da hatte Wiff ja geradezu Erbarmen mit mir). Fats wurde 1904 in Harlem geboren und wuchs auch dort auf. In der Jazzszene Harlems war er ein bunter Hund und als Meister des Stride-Pianostils viel beschäftigt. Ungewöhnlich für die Zeit waren auch seine Einspielungen von Jazzstücken auf einer Orgel. Als 20-Jähriger fand er mit Andy Razaf einen kongenialen Liedtextschreiber für seine Kompositionen. In Hunderten von Kompositionen zeigte Waller seine unerschöpfliche Schaffenskraft.

Sein ausschweifender Lebensstil zog immer öfter gesundheitliche Probleme nach sich. 1943 drehte er in Hollywood „Stormy Weather“ und auf der Rückfahrt nach Harlem erlag er im Zug am 15.Dezember einer verschleppten Lungenentzündung.


Hansruedi pflegt ja einen ganz passablen Lebensstil und fährt eher Segelboot als Zug. Also wird sein »Wild Cat Blues« mit der »Val Reno Jazzband« noch öfter von der Bühne swingen.


In diesem Sinne keep swingin' und liebe Grüße

Dietmar Pfanner