Happy Birthday Burle | 82

September 2014

Musik als Lebenselixier. Es ist einfach unglaublich, woher nimmt der Burle nur die Energie. Kaum ein Tag an dem er nicht in Sachen Musik unterwegs ist. Es ist ja nicht nur die bemerkenswerte mentale Leistung, über Stunden ein schier unerschöpfliches Repertoire mühelos vor dem geistigen Auge abrufbar auf die Tasten zu bringen, sondern auch mit nunmehr 82 Jahren den körperlichen Anforderungen gerecht zu werden die z.B. eine Ballnacht von einem abverlangt. Ist das Professionalität? Ja, aber. Professionalität alleine ist bei weitem nicht ausreichend um Burle's Haltung zur Musik und seinen Zuhörern zu beschreiben. Wenn man etwas nicht mehr einfach tut sondern ist, dann tritt Zeit und Körper in den Hintergrund - und Burle ist Musik. Musik machen ist sein Lebenselixier. Unterwegs zu sein und mit seiner Musik den Leuten Freude machen - ich glaube es gibt nichts schöneres für ihn. Ich hoffe und wünsche ihm, dass er das noch oft erleben kann.

Happy Birthday Burle!

Manfred Bliem, Burle, Joe Pirker
Manfred Bliem, Burle, Joe Pirker

Wie doch Musik verzaubern kann

2008 wurde in den Vorarlberger Nachrichten in der Rubrik "Menschen" ein Artikel über Burle anlässlich des alljährlichen Schlaraffenballs abgedruckt:

Er war immer der "Burli". "Auf Adolf hör ich gar nicht." Schon als Kind war das so. "Wenn man gesagt hat, der Burli spielt, sind die Leut`gekommen."

Otto Zoppel + | Dietmar Pfanner | Wiff Christl | Bernhard Klas | Burle Baumgartner
Otto Zoppel + | Dietmar Pfanner | Wiff Christl | Bernhard Klas | Burle Baumgartner

Eben noch hat Burli Baumgartner seinen Klavierhocker ein wenig höher geschraubt. Selbstvergessen glitten die Finger zu Probe über die Tasten. Da ist ihm doch glatt ein kleines bisschen "Sweet Lorraine" entfleucht. Da kann er gar nichts machen. Burli lacht. Burle, das ist Tanzmusik auf Bestellung. "Wenn die Russen kommen, spiel ich halt russisch." Sind die Gäste aus Israel, schalten die Hände auf Klezmer um. Klezmer ist aramäisch und bedeutet "Gefäss des Liedes". Burle ist das Gefäss seiner Musik. Ein zugegebenermassen nicht eben riesenhaftes Gefäss. Aber so blieb dem Burli ein Teil des Erwachsenwerdens erspart und er kann immer noch unscheinbar am Piano Platz nehmen, nur im nächsten Augenblick zum Giganten der Unterhaltungsmusik emporzuwachsen.


Elegant

Heute ist Ballnacht. Schlaraffenball. Einer der wenigen verbliebenen noblen Bälle. Die Damen tragen grosse Robe, die Herren Smoking. Der Kummerbund verdeckt gnädig, was Lebenslust der Leibesmitte zugefügt hat. Aber all das wird belanglos, wenn Burle, Dietmar, Otto und Wilfried den Takt vorgeben. Sie spielen Swing. Das erinnert ans "Edi Steiner Quartett" und an das "Vienna Trio". In so vielen Formationen hat Baumgartner schon gespielt. Die Zahl der Pianos, die er in Bars der grossen Hotels am Arlberg, in Davos und St. Moritz zum Klingen brachte, ist Legion. Den Kinzkeller in Bregenz nicht zu vergessen und die Kronenbar. 13 Jahre Kronenbar. Da hat ihn Otto Zoppel spielen gehört und sich ihm mit seinem Kontrabass angeschlossen. Burlis Geschichte beginnt früh. Schon mit 16 Jahren hat er in einer Wieder Polizeikapelle mitgespielt. Inkognito, in Uniform. Vielleicht hat der ehemalige Wiener Sängerknabe da schon den Entschluss gefasst, die Leidenschaft zum Beruf zu machen. Gleichwohl. Die Tanzpaare, denen er jetzt einen Foxtrott zu Füssen legt, sind ihm dankbar dafür. Auch wenn Häuser wie das Grand Cafè Winkler in Salzburg heute Geschichte sind. Die Musik von damals ist es nicht. Und fragt man den Burli Baumgartner, wie lange er denn noch Swing zu spielen gedenkt, zögert er keinen Augenblick: "So lange ich lebe."