Adieu Burle

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Das letzte Stück gespielt, der letzte Akkord verstummt, den letzten Applaus genossen ...

Unser lieber Freund und Musikerkollege Burle Baumgartner ist verstorben.

 

Wenn man Jahrzehnte lang Seite an Seite mit Burle musiziert hat - und mit Willi Weigand tat Burle das über 40! Jahre lang - dann ist es kaum zu glauben, dass dies nie mehr sein wird. Wir sind sehr traurig.

 

Einer seiner Wünsche war immer bis zu seinem Lebensende Musik zu machen. Es ist tröstlich zu wissen, dass dieser Wunsch in Erfüllung ging.

Burle hat unzählige Menschen mit seiner Musik erfreut. Er war der Pianist für alle Fälle. Musikalischer Hans Dampf in allen Gassen. Immer unterwegs. Immer am Klavier. Wenn seine Finger über die Tasten flitzten war er glücklich. Wo auch immer Burle jetzt ist - wir sind uns sicher er sitzt bereits am Flügel ...

 

Adieu Burle


Vorarlberger Nachrichten 4.Juni 2018

 

„Musik war mein Leben. Sie war stets mein Begleiter und machte mich glücklich. Meine größte Erfüllung war es, Menschen mit meiner Musik zu erfreuen“, sagte Adolf „Burli“ Baumgartner (86), der kürzlich in Rankweil verstorben ist. Adolf Baumgartner wurde am 30. September 1932 in Pitten in Niederösterreich, geboren, wo seine Eltern ein Gasthaus besaßen und wo er glückliche Kinderjahre verbringen konnte. Früh schon wurde sein musikalisches Talent erkannt und mit sieben Jahren erhielt er seinen ersten Klavierunterricht.

Mit Beginn des Zweiten Weltkriegs kamen auf die Familie allerdings schwierige Zeiten zu. Adolf Baumgartners Vater wurde zum Kriegsdienst einberufen und er selbst kam in ein Internat nach Frankfurt am Main. Dort besuchte er das Musikgymnasium und wurde Mitglied der berühmten Frankfurter Sängerknaben. Nach intensiven Bemühungen seines Vaters konnte „Burli“ 1944 in seine niederösterreichische Heimat zurückkehren.

Während seiner Frankfurter Jahre hatten sich seine musikalischen Fähigkeiten enorm weiterentwickelt und so konnte er schon im Alter von 14 Jahren mit der Musik sein eigenes Geld verdienen und seine Familie in den damals schwierigen Zeiten finanziell tatkräftig unterstützen. Er besuchte die dreijährige HTL in Wiener Neustadt, übte jedoch nach deren Abschluss nur noch den Beruf eines Musikers aus. Im Jahr 1952 heiratete Adolf Baumgartner zum ersten Mal. Kurz darauf kam sein Sohn Adolf zur Welt. Sein großer musikalischer Durchbruch gelang ihm 1953 in Salzburg im Café Winkler. Darauf folgten Engagements u. a. in Seefeld, Innsbruck, Deutschland und Dänemark.

 

 

 

Mitte der sechziger Jahre landete er in Bregenz, wo er auch seine zweite Frau kennenlernte. 1966 heirateten sie und aus dieser Ehe gingen noch zwei Kinder, Manuela und Manfred, hervor. Danach spielte Adolf Baumgartner noch eineinhalb Jahrzehnte in der Schweiz. Die wichtigsten Stationen dort waren Davos, Adelboden, Bern und Zürich.

 

1974 beendete er seine aktive Laufbahn als Profimusiker und fand in Rankweil seine neue Heimat. Zwei Jahre lang war er bei der Firma Kunert im Außendienst tätig.Anschließend erhielt er eine Stelle an der Musikschule Rankweil als Klavierlehrer. In dieser Arbeit ging er voll und ganz auf. Er liebte es, sein Können den Schülerinnen und Schülern weiterzugeben, mit ihnen zu üben und mit ihnen auf die Bühne zu gehen. Während dieser Zeit fasste er auch musikalisch schnell wieder Fuß in Vorarlberg und so spielte Burli in den verschiedensten Formationen. Diese waren u. a. die „Bifanglauser“, „Herwig´s Dixieband“ und bis zum Schluss die „Val Reno Jazzband“. Nach dem Tod seiner Frau 2001 verlor er fast komplett die Lust am Reisen, machte dafür wieder umso mehr Musik und unterrichtete weiter.

 

Seit Anfang des Jahres ging es mit seiner Gesundheit stetig bergab. Immer häufiger auftretende Atemprobleme, machten ihm das Leben schwer. Ende Februar stellte man fest, dass die Herzklappe, die er 20 Jahre zuvor bekommen hatte, irreparabel beschädigt war. Im Landeskrankenhaus Rankweil schlief er am 11. April friedlich ein.